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Der nächste EU-Hammer für 2015: Auslandsvorwahlen werden abgeschafft, neue Ortsvorwahlen eingeführt

Euopa-Fahne
Europa kommt immer weiter voran. Foto: European Parliament / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Den Bürgern in der EU wird so einiges zugemutet. Zunächst wurde mit dem Euro bekanntlich eine gemeinsame Währung eingeführt. Manche rechnen heute noch in DM um. Anfang 2014 werden im Rahmen des SEPA-Zahlungsverkehrs europaweit einheitliche Kontonummern eingeführt und diese dabei auf 22 Stellen aufgeblasen.

Doch Anfang 2015 kommt schon der nächste Hammer. Diesmal beim Telefonieren. Die Auslandsvorwahlen werden abgeschafft, die Bürger werden sich an neue Vorwahlen gewöhnen müssen. Die EU-Kommissarin Claire Etiene will damit das Zusammenwachsen der Länder in Europa forcieren. Schließlich gäbe es schon lange kein EU-Ausland mit Schlagbäumen mehr, sondern die Europäische Union, die als Fernziel eine politische Union werden soll. Dafür sollen die Regionen gestärkt werden. In Zukunft erhält jede Region bzw. jeder größere Ort in der EU eine eindeutige Vorwahl. Die Vorwahl wird einheitlich auf zwölf Stellen festgelegt.

Telefon
Wieder ein Stück mehr Einheit. Foto: Albert! / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Sonderrechte wie kurze Vorwahlen (etwa 030 für Berlin) wird es also nicht mehr geben, da dies dem Gleichheitsgrundsatz widerstreben würde. Die zwölf Stellen mögen übertrieben klingen, allerdings werden hier ja Auslands- und Ortsvorwahl kombiniert sowie Prüfziffern integriert. Letztere sollen die Wahrscheinlichkeit drastisch reduzieren, dass man die falsche Person ans Rohr bekommt, weil man sich verwählt hat. Der Vorteil liegt in einer Effizienzsteigerung in den Firmen durch Vermeidung unerwünschter Telefonate. Das raffinierte System, das PARNASS (Paneuropean Adapted Ring Number Alteration System Service) genannt wird, ist außerdem so ausgelegt, dass man beim versehentlichen Wählen einer Telefonnummer nach dem alten Schema nicht wo anders landet, sondern wegen einer verletzten Prüfziffernkonsistenz gar kein Gespräch aufgebaut wird.

Vorwahl der EU aus dem nichteuropäischen Ausland: 00999

Wer aus dem nichteuropäischen Ausland in die EU anruft, muss in Zukunft eine 00999 vorwählen. Dies sei die letzte freie Auslandsvorwahl gewesen, die man sich noch irgendwie merken könne, so Etiene, sodass die Kommission sich dafür entschieden habe.

Datenbank ASK-PARNASS kommt

Zum Nachschlagen der neuen Vorwahlen wird die Internetdatenbank ASK-PARNASS zur Verfügung gestellt, die sich momentan in der Betaphase befindet und noch nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich ist. Für ASK-PARNASS steht ein Etat von 2,3 Milliarden Euro zur Verfügung.

Eine Übergangsphase wie bei den Kontonummern kann es aus technischen Gründen nicht geben, da nur ein einziges Telefonsystem zur Verfügung steht. Etiene ist sich aber sicher, dass ein gewisses Chaos nur wenige Tage anhalten werde. Dann werde sich jeder an die neuen Nummern gewöhnt haben.

An den Tarifstrukturen dürfte sich indes zunächst wenig ändern. Die Telekommunikationsanbieter dürfen in einer Übergangszeit von fünf Jahren Gespräche in andere EU-Staaten noch zu einem Auslandstarif abrechnen, der allerdings nach den ersten drei Jahren auf ein Niveau von maximal 180 Prozent eines Inlandsgesprächs gesenkt werden muss.

Da die Telefongesellschaften die Umstellung aus eigener Tasche bezahlen müssen, sind aber generelle Preismodifikationen nicht auszuschließen.

Politische Union

Als ultimatives Ziel soll die bereits erwähnte politische Union kommen. Der genaue Zeitpunkt hierfür steht noch nicht fest, realistisch ist ein Start in acht bis zehn Jahren. Nationale Ausweise werden dann durch EU-Ausweise mit holographischem Passfoto ersetzt. Als Amtssprache wird Denglisch eingeführt. Damit hat die zuständige Kommission einen hervorragenden Kompromiss aus der Weltsprache Englisch und der nicht unbedeutenden Rolle Deutschlands beim Aufbau der EU gefunden.

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Medizin/Gesundheit Wissenschaft/Bildung

Studie: Homöopathie funktioniert – Wirkung homöopathisch höher als Placebo-Effekt

Samuel Hahnemann
Samuel Hahnemann: Genie oder genial daneben mit seiner Medizin vom geistartigen Wesen? Bild: Alexbrn / Lizenz: Public Domain

Kaum ein medizinisches Gebiet ist so umstritten wie die Homöopathie. Während die gewöhnliche Medizin, die in diesem Zusammenhang auch als Allopathie bezeichnet wird, auf Gegenmittel setzt, behandelt die Homöopathie Ähnliches mit Ähnlichem. Vereinfacht ausgedrückt würde man bei Symptomen, wie sie nach dem Biss einer Giftschlange auftreten, mit Schlangengift oder einem ähnlichen Gift behandelt werden. Das klingt gefährlich und unlogisch und ist es auch, zumindest wenn man solche Substanzen unverdünnt gibt. Wegen der Giftigkeit vieler der Stoffe verdünnte sie Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, indem er sie mit Wasser oder Ethanol verschüttelte oder mit Milchzucker verrieb. Später verdünnte Hahnemann noch erheblich stärker (Hochpotenzen). Auf den Einwand, bei einer solch starken Verdünnung sei im Medikament nicht mal mehr ein einziges Molekül Wirkstoff enthalten, wird meist entgegnet, Wasser habe ein Gedächtnis, sodass die Struktur des Wirkstoffes immer noch vorhanden sei. Wissenschaftlich gesehen gibt es aber allenfalls sehr schwache Hinweise, die diese kühne Theorie vom Wassergedächtnis stützen. Doch selbst wenn es dieses Gedächtnis gäbe, wäre es dennoch unklar, warum diese  dort verankerte Struktur eine heilende Wirkung haben sollte.

Hahnemann selbst glaubte, dass durch die Potenzierung eine „im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft“ wirksam werde. Die Verwendung von Hochpotenzen erklärte der große Meister noch abenteuerlicher und nahm an, dass sich hier „die Materie […] roher Arznei-Substanzen […] zuletzt gänzlich in ihr individuelles geistartiges Wesen auflöse“.

Homöopathisches Medikament
Homöopathisches Medikament auf Basis einer Giftpflanze. Foto: Philippa Willitts / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Trotz dieser Begründungen aus der wahnsinnigen Welt der Phantasie könnte es ja sein, dass der Homöopathie ein bislang nicht verstandenes Funktionsprinzip innewohnt, das Hahnemann zufällig entdeckt hat.

Doch in seriösen Studien gelang es bislang nicht, der Homöopathie eine Wirksamkeit nachzuweisen, die oberhalb des Placebo-Effekts läge. Man könnte es so zusammenfassen: Die geballte Kraft, die im Glauben von Arzt, Apotheker und Patient innewohnt, kurbelt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Mit dem Medikament selbst hätte das nichts zu tun.

Dennoch schwören viele auf die homöopathischen Zuckerkügelchen. Kritiker der Homöopathie geben in deutschen Talkshows (Maischberger) schon mal eine Vorführung und verputzen ein ganzes Glas Globuli in einem Rutsch. Statt der von Homöopathen prognostizierten gefährlichen Wirkung einer Überdosierung passiert natürlich nichts, denn es wurden schließlich nur Zucker verspeist („Auch zu viel von nichts bleibt nichts“).

Die Studie

In einer groß angelegten Studie an der Universität Gelsenkirchen, die nächstes Jahr publiziert werden soll, konnte nun aber erstmals nachgewiesen werden, dass Homöopathie an sich funktioniert. Mit Jubelschreien sollten sich die Anhänger der Homöopathie aber noch zurückhalten.

Professor Dr. Stroboli und sein Team gaben heute unter streng ausgewählten Journalisten die Ergebnisse bekannt. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Wirkung von Homöopathie stärker als der Placebo-Effekt sei. Allerdings lediglich minimal. Die Ironie dabei sei, dass der Effekt ausgerechnet homöopathisch oberhalb des Placebo-Effektes liege, wobei der Ausdruck homöopathisch hier im strengsten wissenschaftlichen Sinn zu verstehen sei, so Stroboli. Oft werde nämlich der Begriff homöopathisch im Alltagsgebrauch falsch verwendet. Wenn etwa die Tabaksteuer einen halben Cent pro Zigarette steige, wird das schnell als „homöopathische“ Erhöhung verkauft, obgleich die Erhöhung ja hier immerhin bei einigen Prozent liege, führt Strobili aus. Nein, mit homöopathischer Wirkung seien hier übliche Potenzen von C12 oder höher gemeint. Bereits C12 sei das Verhältnis zwischen einem Wassertropfen und dem ganzen Atlantik. In Zahlen 1:1024. In Prozent ein Rauschen oberhalb von null. Aber eben nicht null.

„Die Wirkung liegt so unerhört schwach über dem Placebo-Effekt, dass Sie gleich normalen Zucker schlucken können“, so Stroboli.

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Konflikte/Terror/Militär Medizin/Gesundheit Politik

Ursula von der Leyen leistete nie Grundwehrdienst – wegen Gendefekt ausgemustert

Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen. Auch eine schlimme Genabweichung kann die taffe Frau nicht aufhalten. Foto: teAM Deutschland / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Während andere sich beim früher verpflichtenden Grundwehrdienst bei der Bundeswehr quälten und dabei im Schlamm robben und das Schießen lernen mussten, war die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fein heraus. Von ihr wurde bekannt, dass sie wegen eines Gendefekts ausgemustert wurde und daher keinen Grundwehrdienst leisten musste. Bei ihr wurde ein Gendefekt festgestellt, sie hat an der 23. Chromosomenposition zwei X-Chromosome statt wie üblich ein X- und ein Y-Chromosom.

Die Auswirkungen sind gravierend: Menschen mit solch einer Genanomalie entwickeln eine eunuchenartige hohe Stimme, bekommen meist keinen praktischen Haarwuchs auf Kinn und Wangen, sind in der Lage, kleine nervtötende Schreihälse zu gebären, besitzen eine seltsam verdrehte Logik und haben oft ein weniger ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen. Außerdem entwickeln sie in aller Regel einen krankhaften Schuhkaufzwang. Dafür sind sie meist sprachlich begabter und normalerweise auch hübscher.

Da die Ableistung des Grundwehrdienstes aber keine rechtliche Voraussetzung für das Amt des Verteidigungsministers ist, steht einer Amtsausübung nichts im Weg. Wir wünschen Ihnen daher viel Erfolg, Frau von der Leyen!

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Politik

Exklusiv – das sind die neuen Minister der Großen Kollision (GroKo)

Was noch nicht offiziell ist, keinblatt.de weiß es natürlich. Wir stellen exklusiv die Minister der Großen Kollision (GroKo) vor:

Frank-Walter Steinmeier
Frank-Walter Steinmeier (SPD): anständig, inständig, jetzt wieder ausständig. Foto: Christliches Medienmagazin pro / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernimmt das seit vier Jahren unbesetzte Außenministerium, das er vor eben diesen vier Jahren abgab. Warum das Außenministerium nicht bekleidet war und man statt dessen den Schreihals und Marktradikalisten Guido Westerwelle durch die Welt schickte, um Deutschlands Interessen zu vertreten, versteht Steinmeier bis heute nicht. Er denke immer wieder darüber nach, doch ihm fiele einfach keine Erklärung ein. Immerhin sei dies eine hervorragende Einschlafhilfe. „Sie grübeln und grübeln nachts im Bett und dann merken Sie gar nicht, wie Sie mangels einer Lösung einfach einschlafen“, so Steinmeier. Mit einer Niere und einem Posten weniger im Gepäck (Vizekanzler ist er nicht mehr) will Steinmeier den deutschen Interessen im Ausland und den ausländischen Interessen im Inland wieder ein designerbebrilltes Gesicht geben.

Sigmar Gabriel (SPD) wird Wirtschafts- und Energieminister sowie Vizekanzler. Er wird damit dafür belohnt, dass er das eigentlich Unmögliche leistete: Ein Haufen abgedroschener Absichtserklärungen in einem schlecht lesbaren Vertrag und eine extra angeschaffte Brieföffnungsmaschine, die zunächst von der deutschen Wirtschaft neu erfunden werden musste, brachten ihm im Mitgliedsentscheid 75,9 Prozent Zustimmung ein und ermöglichte erst die GroKo (Großes Koma).

Minenfeld
Minenfeld mit vorbildlich umgesetztem Zugangserschwerungsgesetz. Foto: Randall Niles / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Die bisherige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird Deutschlands erste Verteidigungsministerin. In einer ersten Reaktion verteidigte sie nochmals ihr Zugangserschwerungsgesetz, das ihr völlig ungerechtfertigterweise den Spitznamen Zensurusla einbrachte, der aber immerhin bereits von den Behörden als Künstlername in den Personalausweis eingetragen wurde. Das Gesetz soll den Zugang zu Minenfeldern „deutlichst“ erschweren und damit Leben retten.

Andrea Nahles (SPD) wird Arbeits- und Sozialministerin. Sie will den flächendeckenden Mindestlohn noch unbedingt vor der nächsten Wahl 2017 umsetzen. Es sind aber Kompromisse zu erwarten. So wollen diverse Unternehmen spezielle Stunden mit 80 Minuten Länge einführen. Andere Firmen planen, Mitarbeiter nicht mehr für Überstunden zu bezahlen, sondern sie dafür zahlen zu lassen, dass sie arbeiten dürfen (negativer Lohn auf Überstunden, hat den Vorteil, dass sich die Leute auf die baldigen negativen Zinsen aufs Sparbuch und Tagesgeld gewöhnen). Wiederum andere Unternehmen wollen Mitarbeiter zu freien Mitarbeitern erklären, für die kein Mindestlohn gilt, die dafür aber frei und keine Sklaven mehr sind. Da Kaiser Franz Beckenbauer in Katar keine Sklaven gesehen hat, dafür aber in Deutschland, wäre das eine begrüßenswerte Entwicklung.

Der bisherige Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird wieder Innenminister. Er ist nun unter anderem für die inländischen statt für die ausländischen Drohnen zuständig. Da Drohnen keine Grenzen kennen, da sie nur Maschinen sind (Stichwort unbemannt), sei er in dieser Beziehung gewarnt.

Hans-Peter Friedrich (CSU) wird vom Innenminister zum Entwicklungsminister degradiert. Besonders gemein: Die FDP hatte im Wahlkampf 2009 die Abschaffung des Entwicklungsministeriums angekündigt und dieses Vorhaben überraschend durchgebracht. Was nun mit Friedrich werden soll, ist völlig unklar.

Heiko Maas (SPD) wird Justiz- und Verbraucherschutzminister. Er ist bisher nur durch einen einmaligen Talkshowauftritt im Regional-TV in Erscheinung getreten.

Manuela Schwesig (SPD) wird Ministerin für Familien und Frauen. Eines ihrer Ziele ist eine Frauenquote von mindestens 30 % für Auslandseinsätze der Bundeswehr in Krisengebieten zur Friedenssicherung. Wörter wie unbemannt will sie im Rahmen des Gender-Mainstreaming abschaffen und durch zeitgemäßere, neutralere Begriffe (unvermählt wäre hier der Alternative unbeweibt vorzuziehen) ersetzen.

Barbara Hendricks (SPD) wird neue Umwelt- und Bauministerin. Von ihr ist bislang nur bekannt, dass es sie wahrscheinlich gibt.

Peter Altmaier (CDU) gibt sein Amt als Umweltminister auf und wechselt ins Kanzleramt. Das Angebot, das Altmaier leichtfertig annahm, sollte sich als Falle herausstellen, denn der Chef vom Kanzleramt ist nicht zwangsläufig der Kanzler. Ganz erstaunt zeigte sich Altmaier, dass sich die Kanzlerin einen eigenen Minister leiste.

Der bisherige Generalsekretär Hermann Gröhe (CDU) wird neuer Gesundheitsminister. Der in Amtsdeutschland aufgewachsene Gröhe wurde durch seine zuweilen sehr komplizierten Formulierungen in perfektem Bürokratendeutsch bis in Teile von Österreich hinein bekannt. Das Gesundheitsministerium, das einen intensiven Austausch mit den noch bürokratischen staatlichen Kassen erfordert, wirkt daher wie geschaffen für ihn.

Rolfgang Schüble (CDU) bleibt Finanzminister. Er ist bereits so lange in diesem Amt, dass man ihn dort nicht mehr wegbekommt. Da vorhandenes Inventar weniger kostet als Neuanschaffungen, ist sogar die 100.000 Mark-Spendenaffäre endlich überstanden.

Alexander Dobrindt (CSU) wird Verkehrs- und Internetminister. Endlich werden Autobahn und Datenautobahn zusammengeführt. Der letzte CDU-Kanzler Helmut Kohl hatte 1994 in der TV-Sendung „Gefragt“ mit Hans Meiser den Unterschied nicht gekannt. Als er von den Zuschauern gefragt wurde, was er in Sachen Datenautobahn zu tun gedenke, antwortete er, dass für den Bau von Autobahnen neben dem Bund hauptsächlich die Bundesländer zuständig seien. Er wies dabei ausdrücklich auf den Stop-and-Go-Verkehr auf Autobahnen hin und blamierte sich so stark, dass er es in die Geschichtsbücher schaffte. Im Nachhinein war er seiner Zeit weit voraus. Dobrindt muss nun die Maut für Ausländer einführen, um seinem Herrn zu dienen. Ob Ausländer nun auch im Internet zahlen müssen, lässt Dohbrindt noch offen.

Peter Ramsauer (CSU) wechselt vom Verkehrsministerium ins Agrarministerium. Das fällt ihm leicht, denn in seinem Heimatland Bayern gibt es zwischen Verkehrs- und Agrarministerium keinen Unterschied.

Johanna Wanka (CDU) darf Bildungsministerin bleiben, muss aber versprechen, dass sie alles dafür unternimmt, dass sie endlich jemand kennt.

Ronald Pofalla (CDU) scheidet aus der Politik aus und wird Synchronsprecher. Er soll in Zukunft die deutsche Stimme von Psychopathen in den amerikanischen Blockbustern werden.

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Politik

Eilmeldung: SPD-Mitglieder stimmen für Große Kongregation

Sigmar Gabriel
Wenn mit Nein gestimmt wird, wird der gesamte SPD-Vorstand zurücktreten und die SPD so schwer beschädigt, dass man von einer Zerstörung sprechen kann. Frau Kraft steht außerdem nicht als Kanzlerkandidatin zur Verfügung. Auch ist nicht genügend Geld für einen neuen Wahlkampf da. Bei einer solchen Perspektive stimmt man doch gerne mit „Ja“. Foto: blu-news.org / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Mit überraschenden 101 Prozent Zustimmung haben die SPD-Mitglieder für die Große Kongregation gestimmt. Die SPD-Mitglieder konnten zwischen einer Großen Kongregation und der Zerstörung der SPD wählen.

Damit werden alle Parteien, die noch etwas im Bundestag zu sagen haben, zu einer riesigen Partei zusammengeschlossen (con=zusammen, grex=Herde, congregare=sich versammeln), die nun in den nächsten vier Jahren neue Gesetze beschließen wird.

Der seltsame Wert, der höher als 100 Prozent ausgefallen sei, liege an einer Zählungenauigkeit, so Angela Merkel, neue Chefin der vereinigten Partei. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Wahl habe es nicht gegeben.

Mehr dazu ausdrücklich nicht in Kürze auf keinblatt.de Online.

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Bräuche und Mythen Gesellschaftliches Politik Religion

Wegen Verherrlichung von Kinderarbeit – Jetzt soll auch noch das Christkind abgeschafft werden

Erst soll der niederländische Zwarte Piet (schwarzer Peter) wegen angeblichen Rassismusses abgeschafft werden, nun soll auch noch das Christkind daran glauben. In katholischen Landstrichen Deutschlands, aber auch z.B. im Nürnberger Raum, in Österreich, in Südtirol und einigen weiteren Ländern und Regionen, bringt bekanntlich das Christkind die Weihnachtsgeschenke. Damit soll aber bald Schluss sein, wenn es nach der Uno geht. Die Leiterin des Referats zur Bekämpfung von Kinderarbeit, Tatjana Seligmann, begründet das Vorhaben damit, dass die Figur Kinderarbeit verharmlose, auch wenn in diesem Fall tatsächlich keine Kinderarbeit stattfinde. Bräuche hätten aber sehr wohl auch Wirkung, der sich keiner entziehen könne. Da werde den Leuten unterschwellig das Bild arbeitender Kinder als etwas Alltägliches, Normales dargestellt. Dazu hafte der Figur durch die enge Bindung an das Christentum auch noch etwas Mystisches an. Kinderarbeit werde damit auch durch Religion entschuldigt, was ein ungeheurer Vorgang sei.

Christkind
Christkind: Harmloser Brauch, mit dem Kindern eine riesige Freude gemacht wird, oder gefährliche Verherrlichung von Kinderarbeit mit religiös motivierter Rechtfertigung? Bild: Heinrich Hoffmann / Lizenz: Public Domain

Seligmann fordert, dass öffentliche Darbietungen, etwa Auftritte von Minderjährigen im Christkindkostüm, wie sie etwa in Nürnberg stattfinden, abgeschafft werden. Auch soll die Bezeichnung Christkind „möglichst bald“ aus dem Sprachgebrauch verschwinden.

Das Christkind als Geschenkelieferant sei ohnehin überflüssig, so Seligmann, da es mit dem Weihnachtmann ja eine Alternative gebe. Einwände, der Weihnachtsmann werde speziell in Bayern als preußische Figur gesehen und sei daher verpönt, weist Seligmann zurück. „Alles eine Sache der Gewöhnung“, meint Seligmann. Auch das Argument, dass solche Maßnahmen den Kindern mehr schade als nutze – jeder kennt schließlich die leuchtenden Kinderaugen, wenn das Christkind bei der Bescherung die herrlichsten Geschenke hinterlassen hat – lässt Seligmann nicht gelten. Kinderarbeit sei schließlich die Geißel der Menschheit, so Seligmann. Die Ächtung von Kinderarbeit müsse daher unbedingt weiter vorangetrieben werden, und da sei diese dieser Vorstoß ein wichtiger Baustein.

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Finanzen Gesellschaftliches Politik

Sensation: Erster Gedächtniskünstler weiß neue 22-stellige Monsterkontonummer auswendig

SEPA
Neuer SEPA-Zahlungsverkehr: Immer mal wieder was Neues, aber gar nicht mal so einfach. Foto: Shannan Muskopf / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Die EU macht es möglich, wir bekommen Anfang 2014 im Rahmen des europäischen SEPA-Zahlungsverkehrs (Single Euro Payments Area) neue Kontonummern. Die als IBAN (International Bank Account Number; internationale Banknummer) bezeichneten Kontonummern sind „etwas“ länger als die alten gewohnten Kontonummern, nämlich 22 Stellen, dafür aber schwer einprägsam und weltweit eindeutig. An die Stelle der Bankleitzahl (BLZ) tritt der BIC (Business Identifier Code, hat nichts mit den gleichnamigen Feuerzeugen zu tun). Dies ist ein buchstabendominierter Zungenbrecher aus 8 oder 11 Zeichen, so etwas in der Form GRGLMPFF123.

Die Systempresse verbreitet schon seit Wochen Panik, die Monsterkontonummern könne sich niemand merken, gerade Rentner seien überfordert, in Zukunft ihre Enkel zum Geburtstag, zu Weihnachten, beim bestandenen (oder beanstandeten) Abitur usw. per Überweisung zu beschenken.

Jan Schaller aus Minden, der aus Funk und Fernsehen bekannte Gedächtniskünstler, ist es nun gelungen, seine neuen Bankverbindungsdaten auswendig zu lernen.

Euro
Der Euro und die EU sind immer wieder für eine Überraschung gut. Bild: European Commission / Lizenz: Public Domain

Es sei nicht einfach gewesen, so Schaller, aber die Gedächtniskünstler arbeiteten mit einem Trick. Statt Zahlen und Buchstaben würden sie sich einfach einen „Pfad“ merken, etwa einen Pfad mit verschiedenen Stationen durch den eigenen Garten. Pfade seien leichter einprägsam als Zahlen und Buchstaben, darauf begründe sich diese Form der Mnemotechnik. Die einzelnen Stationen würden Zahlen oder Buchstabenkürzel erhalten, die möglichst „sprechend“ seien, damit sie sich leichter merken ließen. Beispielsweise könnte man den Schuppen, in dem die Leiter aufbewahrt wird, mit der Unglückszahl 13 assoziieren. Da es Unglück bringen soll, unter einer Leiter durchzugehen, ist diese Zahl wie geschaffen dafür.

So ließe sich eine lange Zeichenkombination einprägen, indem man sich z.B. den Pfad Gartentor – Brunnen – Schuppen – alter Baum – Teich – Brunnen – Rosenbeet – Tanne – Komposthaufen – Papiertonne – Brunnen – Regentonne – Sauna merkt. Dieser Weg ist dann leicht in die entsprechende Zeichenreihe rückübersetzbar.

Den Einwand, die neuen 22-stelligen Monsterkontonummern würden sich recht einfach durch eine Aneinanderreihung des Länderkürzels, einer Prüfsumme aus zwei Ziffern, der bisherigen Bankleitzahl (sic! Diese muss in die neue Kontonummer, obwohl es ja mit dem BIC eine Art Nachfolger für die Bankleitzahlen gibt) und der bisherigen Kontonummer bilden lassen, sodass eigentlich gar kein großer Einprägeaufwand stattfinden müsse, lässt Schaller nicht gelten. Die meisten Leute würden doch nicht einmal ihre eigene Telefonnummer auswendig wissen, wie sollten sie dann in der Lage sein, die alten Bankverbindungsdaten, die sie ihnen nur mit größter Mühe einfielen, zu neuen zu verketten? Die Redaktion hakt nach, man müsse sich die Nummern ja nicht merken, man könne sie ja auch nachschlagen. Doch Schaller hat keine Lust mehr, ist schon wieder bei seiner nächsten Aufgabe. Er lernt gerade das Mindener Telefonbuch auswendig, mal so als Häppchen für zwischendurch, wenn einem langweilig sei.

Wenn der Meister nicht will, dann muss halt die Redaktion ran und noch einmal klarstellen, dass alles so schwierig gar nicht ist.

Die neue Kontonummer (IBAN)

Die IBAN hat folgendes Format:

LL pp bbbb bbbb kkkk kkkk kk

LL: Zweistelliger Ländercode (nur Buchstaben) nach ISO 3166-1, z.B. DE für Deutschland
p: Prüfsumme
b: Bisherige Bankleitzahl (8 Ziffern)
k: Bisherige Kontonummer (10 Ziffern)

Stellt sich nur die Frage nach der Prüfsumme. Darum muss man sich im Normalfall nicht kümmern, da die Banken die neuen IBAN-Nummern herausgeben. Man kann die Prüfsumme aber auch selbst berechnen und damit die IBAN vollständig selbstständig bilden:

1. Für den Fall des Ländercodes DE, einer Bankleitzahl 60010070 und einer Kontonummer 0081234567 (zu kurze Kontonummern unbedingt mit führenden Nullen auf 10 Ziffern erweitern!) verwendet man zunächst die Platzhalterprüfziffer 00. Man bekommt die vorläufige, noch nicht finale IBAN:

DE00600100700081234567

2. Die ersten vier Zeichen verschiebt man an das Ende der IBAN:

600100700081234567DE00

3. Nun ersetzt man die Buchstaben im Ländercode durch Zahlen, wobei A = 10, B = 11, …:

600100700081234567131400

4. Man teilt nun die ganze Zahl durch 97 und merkt sich den Teilungsrest (Modulo). Hier ergibt sich

19

5. Diesen Rest subtrahiert man nun von 98. Das Ergebnis sind die beiden Prüfziffern. Falls der Wert einstellig ist, wird er mit einer führenden Null ergänzt. Im Beispiel erhält man:

79

6. Diese Prüfsumme setzt man nun für den Platzhalter ein. Fertig ist die selbst gekochte IBAN:

DE79600100700081234567

Eine Validierung der IBAN ist dann über einen IBAN-Rechner möglich.

Der Bankleitzahl-Nachfolger BIC

Auch den BIC erhält man von der Bank und er lässt sich natürlich ebenso z.B. im Internet nachschlagen. Man kann ihn nicht selbst bilden, aber einzelne Teile lassen sich zum Einprägen dann doch recht gut nachvollziehen. Der BIC hat folgendes Format:

BBBB CC LL bbb

BBBB: Vierstelliger Bankcode (nur Buchstaben), vom Geldinstitut frei wählbar, bei Postbank etwa PBNK
CC: Zweistelliger Ländercode (nur Buchstaben) nach ISO 3166-1, z.B. DE für Deutschland
LL: Ortskürzel aus zwei Buchstaben oder Ziffern
bbb: Kennzeichnung der Filiale oder Abteilung aus drei Buchstaben oder Ziffern (optional)

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Gesellschaftliches Kriminalität Politik

Sexismus: EU will Altersunterschied bei Partnerschaften auf max. 15 Jahre begrenzen

Die EU intensiviert ihren Kampf gegen Sexismus und sexuelle Ausbeutung von Frauen. Die Feministin Gabriele Schlanz-Ritter, die bereits in einigen Talkshows durch markige Sprüche aufgefallen ist und als Vorbild die Urfeministin Alice Schwarzer nennt, findet es unerträglich, wenn sich etwa ein 80-jähriger Millionär eine 18-Jährige angelt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sei das keine Liebe. Der alte Knacker würde sich die Frau schlicht mit seinem riesigen Vermögen kaufen, es sei Prostitution der übelsten Sorte. So ein junges Ding, das eigentlich noch ein Kind sei, habe noch keinerlei Lebenserfahrung. Im Grunde genommen sei das nichts anders als Pädophilie, wenn auch nicht im Sinne des Gesetzes. Noch nicht.

Hochzeit
Hochzeit. Hier ist alles in Ordnung, so soll es sein. Foto: TempusVolat / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Denn die EU-Gleichstellungskommission will hier schärfere Regeln. Der Altersunterschied soll auf maximal 15 Jahre begrenzt werden. Ein 80-Jähriger und eine 20-Jährige würden schon einmal gar nicht zusammenpassen, in fast allen Fällen werde die Frau hier nur ausgebeutet und unterdrückt. In Zukunft darf also z.B. ein 50-Jähriger weiterhin mit einer 35-Jährigen ein Verhältnis haben und sie heiraten. Das sei aber die absolute Grenze, jünger darf die Frau nicht sein. Alles andere wäre dann strafbar. Die neue Regelung soll für neue Partnerschaften und Ehen gelten, bestehende Partnerschaften und Ehen sollen nicht angetastet werden. Die Regelung soll nur in eine Richtung wirksam werden. Das heißt, Frauen dürfen auch Beziehungen mit Männern eingehen, die mehr als 15 Jahre jünger sind. Eine 70-Jährige kann sich also weiterhin einen 25-Jährigen Liebhaber halten.

Diese scheinbare Ungleichbehandlung erklärt Schlanz-Ritter damit, dass Männer nur selten sexuell ausgebeutet würden. Außerdem wolle man ja Frauen nicht irgendwelche Freiheiten nehmen, sie seien ja lange genug unterdrückt worden. Gigolos werden also nicht aussterben.

Eine neue EU-Richtlinie wird noch für 2014 erwartet. Nennenswerter Widerstand ist nicht zu erwarten. Wenn alles glatt läuft, könnte ein entsprechendes Gesetz bis spätestens 2016 in Deutschland in Kraft treten.

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Medien Politik

Angriff auf Presserecht: EU will bessere Kennzeichnung von Satire

Neuer Hammer aus Brüssel! Eine Presserechtkommission hat einen Entwurf erarbeitet, der eine bessere Kennzeichnung von Satire vorsieht. Der Grund dafür ist, dass es in letzter Zeit immer wieder dazu kam, dass Meldungen für bare Münze genommen wurden, obwohl sie ganz klar Satire waren. Des Öfteren wurden gar regelrechte Shitstorms losgetreten. Erboste Leute beschwerten sich per Mail und telefonisch über angebliche neue Pläne der EU oder über entsprechende Vorhaben der jeweiligen Landesregierungen.

EU-Parlament
Satire muss keine Grenzen haben, aber sie muss gekennzeichnet werden, so wie auch Lebensmittel mit einem Vermerk versehen werden müssen, damit man weiß, was drin ist. Foto: thebalancebeam / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der für das Presserecht zuständige EU-Kommissar Ethan Gabin wird mit den Worten zitiert, es werde nicht mehr lange dauern, dann gäbe es die ersten Unruhen bei Demonstrationen, vielleicht sogar den ersten Toten. Und das nur, weil eine klare Kennzeichnung in einem satirischen Artikel gefehlt habe.

Diese schrecklichen Missverständnisse hätten ihre Ursache darin, dass viele Leute im hektischen Internetzeitalter nur die Überschriften oder im besten Fall noch einzelne Abschnitte lesen würden, so Gabin. Damit hätten sie auch bei einem hoch ausgeprägten Intellekt keine realistische Chance, Satire als solche zu deuten. Ferner sei ein erheblicher Teil der Bevölkerung nicht in der Lage, Ironie zu erkennen. Das sei für viele einfach so etwas wie eine Fremdsprache. Diese Leute würden alles wörtlich nehmen.

Daher sieht eine neue EU-Richtlinie vor, dass Satire in Zukunft klar in der Überschrift mit dem Wort „Satire“ gekennzeichnet werden muss. Außerdem ist nach jedem dritten Satz ein klarer Hinweis, etwa in der Form „Das ist Satire!“, einzufügen. Damit soll mit höchstmöglicher Sicherheit die Gefahr drastisch verringert werden, dass jemand Satire auf den Leim geht, selbst wenn er nur kleinste Textpassagen erfasst.

Die jeweiligen Regierungen müssen nun ihr Presserecht ändern. Der Widerstand gegen die neue Regelung dürfte vonseiten der Politik gering ausfallen, da diese von einer Verschärfung profitiert. Das Presserecht ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Eine besonders harte Regelung wird dabei aus Bayern erwartet, wo die CSU schon mal plante, religiöse Satire zu verbieten („CSU-Chef Stoiber fordert indes härtere Strafen für unliebsame Satire“; Quelle: Der Spiegel , „CSU legt einen Gesetzesentwurf vor, der jegliche Verspottung oder Herabwürdigung von Religionen verbieten soll“; Quelle: laut.de).

Die Verfassungsmäßigkeit ist offenbar nicht von der neuen Presserecht-Richtlinie tangiert, da es niemand verboten wird, seine Meinungen auszudrücken. Es geht schließlich nur um eine Kennzeichnung der Texte, die aber nach Ansicht der keinblatt.de-Redaktion eher an eine Verstümmelung der Texte grenzt.

Auf keinblatt.de wird sich wenig ändern, da hier nur in seltenen Fällen Satire veröffentlicht wird. Dennoch zeigen wir uns solidarisch und protestieren auf das Entschiedenste gegen das Vorhaben!

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Kriminalität Politik Technik/Hightech

Strategiewechsel – Snowden will darüber informieren, was die NSA nicht überwacht

Edward Snowden
Edward Snowden: Strategiewechsel. Foto: TheWikiLeaksChannel / Lizenz: CC BY 3.0

Der Überwachungs- und Abhörskandal durch die NSA nimmt immer gigantischere Ausmaße an. Auch Handystandorte werden von der NSA milliardenfach erfasst, umfassende weltweite Bewegungsprofile erstellt. Auch ist die NSA in der Lage, Handys, schnurlose Telefone, Anrufbeantworter, Diktiergeräte, Fernseher, Blutdruckmessgeräte und eine Vielzahl weiterer Geräte bei Bedarf auf Knopfdruck in Wanzen umzuwandeln. Damit können die NSA-Spione in praktisch beliebige Räume hineinhorchen.

Edward Snowden sieht nun absolut keinen Sinn mehr darin, immer neue Dokumente mit immer umfassenderen Enthüllungen, wer und was von der NSA ausgespäht wurde und wird, herauszugeben. Die Listen würden immer länger werden, so Snowden, die Vorwürfe immer schwerer.

Er werde daher seine Strategie radikal ändern und demnächst eine Liste veröffentlichen, was die NSA noch nicht überwachen bzw. noch nicht entschlüsseln kann. Diese White List werde nur einen bescheidenen Umfang annehmen, so Snowden. Da die NSA immer weiter aufrüste und inzwischen schon Quantencomputer zur Dechiffrierung eigentlich als unknackbar gehaltener Verschlüsselungssysteme einsetze, bestehe zudem die Möglichkeit, dass diese Liste laufend gekürzt werden müsse.

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Filme/TV Kunst & Kultur Medien

Überschuss bei Rundfunkgebühren: Wohin mit dem Geld?

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben gewaltige Mehreinnahmen erzielt und sitzen nun auf einem schönen Berg Geld. Es ist die Rede von 1 Milliarde Euro. Das Ganze kam völlig überraschend, dabei hatte man ja die Rundfunkgebühren gar nicht erhöht. Man wollte die Schwarzseher bekämpfen, mehr nicht. Nun müssen alle zahlen, da kann man ja kaum damit rechnen, dass mehr Geld ins System gelangt.

Kurze Unterbrechung
Dieses mehrfach preisgekrönte Video war eines der beliebtesten 2013. Bereitgestellt von Uvs Uvsång / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Erfolgreich war auch die Umbenennung der GEZ in „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Hier verfolgte man die Idee, den Namen möglichst so weit in die Länge zu ziehen, dass es den Leuten zu anstrengend ist, ihn auszusprechen. Folglich schimpfen weniger Leute auf die Zwangsgebühren. Früher konnte man das kurze GEZ sehr einfach und wirkungsgerecht in einen Fluch packen.

Da es nicht in die heutige Zeit passt, den Bürgern etwas zurückzugeben, und um unangenehme Fragen zu verhindern, warum man von den Mehreinnahmen vorher nichts geahnt hatte, versuchen die Rundfunkanstalten nun fieberhaft, mehr Geld auszugeben. Beitragssenkungen oder Rückzahlungen wären ohnehin nicht kreativ genug.

Neue Kanäle kosten Geld, folgerichtig ist ein Jugendkanal in Planung, der aber möglicherweise nicht genehmigt wird. Es werde aber über andere neue Kanäle nachgedacht, etwa weitere Digitalkanäle mit zeitversetzten Programmen und einer ganz besonderen Innovation: Statt schnöder Wiederholungen könnte man den Spieß ja umdrehen und die 19 Uhr-Heute-Nachrichten auf ZDF 2 schon um 18 Uhr ausstrahlen. Die Aufzeichnung sollte zu dem Zeitpunkt ja schon längst bereitliegen.

Pläne für einen Seniorensender (Schaukelstuhl-TV) und einen Kanal für Haustiere (Pet-TV) liegen auch schon in der Schublade. Aber das sei ja alles genehmigungspflichtig, heißt es. Daher werde auch darüber nachgedacht, Geld in die hauseigene Kanal Isation zu geben, ebenso in den Canale Grande. Wenn etwas schon vorhanden sei, würde man das leichter durchkriegen. Auch die Einrichtung dunkler Kanäle wäre eine Möglichkeit, da es auch für diese kein Genehmigungsverfahren gebe.

Ersatzweise könnte man das Geld einfach auf einem Konto parken. Bei den derzeitigen historischen Niedrigzinsen und der Erwartung, bald könnte es so etwas wie negative Zinsen geben, reduziert sich das Geld ganz von alleine und da muss nicht einmal die Inflation mit eingerechnet werden. Das sind goldene Zeiten für alle, die Geld loswerden möchten. Und wenn man noch mehr Geld zum Loswerden braucht, stünde ja immer noch die Möglichkeit einer Beitragserhöhung offen.

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Natur/Tiere/Umweltschutz Technik/Hightech

Laubbläser: Zur Laubentfernung ab Januar verboten – Geräte werden in Zukunft Windräder antreiben

Laubbläser
Laubbläser. Der Terror hat bald ein Ende. Foto: Hector Alejandro / Lizenz: CC BY 2.0

Sie sind ein Schrecken jeder Wohnanlage: Laubbläser. Während früher der Hausmeister das Laub mit einem Rechen zusammenkehrte, schmeißt er heute den als Penisverlängerung verschrieenen Laubbläser an. Mit ohrenbetäubendem Lärm bläst er dann jeden Tag in einer stundenlangen Prozedur das Laub zusammen und tötet dabei auch noch jede Menge Kleinslebewesen. Inzwischen werden die Laubbläser auch von den Kommunen zur Straßenreinigung eingesetzt – und nicht nur im Herbst. Auch zur Streusplitentsorgung oder gar zum Schneeräumen kommen die Geräte zum Einsatz und auch zur Entfernung von Kleinabfällen auf Wegen und Plätzen. Es macht ja auch einen schönen Spaß, im August ein paar Papierschnipsel minutenlang in der Luft tanzen zu lassen und damit die Anwohner zu terrorisieren.

Doch nun ist endlich Schluss damit. Eine neue Lärm- und Umweltverordnung dreht den überflüssigen Radaumachern ein für alle Mal den Benzinhahn zu. Ab dem 1. Januar 2014 sind alle Laubbläser zur Laubentfernung und Reinigung in Deutschland verboten.

Die Frage ist jedoch, was mit den vorhandenen Geräten passiert. Hier hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) selbstverständlich eine passende Anschlussverwendung ausgetüftelt. Die Geräte können bis 31. Januar 2014 in den Gemeinden abgegeben werden. Hierbei erhält der Benutzer je nach Zustand und Leistung des Geräts bis zu 40 % des Wiederbeschaffungswertes.

Windrad
Produziert bald auch bei Windstille Strom: Windrad. Laubbläser sorgen für den notwendigen Wind. Foto: Peter Heilmann / Lizenz: CC BY 2.0

Die Geräte werden dann zur Stromerzeugung eingesetzt. Sie werden dabei vor Windrädern montiert und bei Windstille angeworfen, um die Rotorblätter zum Drehen zu bringen. Etwas salopp gesagt, pusten sie die Windräder an. Damit werden vorhandene Einrichtungen (eben Windräder und die Laubbläser) auf raffinierte Weise besser ausgereizt und speziell die erneuerbaren Energien (eben Windräder) gestützt. Der Wirkungsgrad eines Windrades kann durch das Vorhaben um bis zu 23 % erhöht werden. Die Lärmemissionen werden keineswegs nur verlagert, da der Einsatz der Laubbläser nur an Windrädern erfolgen wird, die einen ausreichenden Abstand zu Wohnhäusern aufweisen. Die Umweltbelastung durch Lärm geht also tatsächlich zurück, was der Gesundheit der Bürger zugutekommt.

Geräte der leiseren Kategorie 2 sollen punktuell auch bei der Postzustellung per Fahrrad eingesetzt werden. Durch das Rückstoßprinzip müssen die Postzusteller weniger Kraft zum Treten aufwenden, was die Effizienz bei der Zustellung erhöht.

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Natur/Tiere/Umweltschutz Politik Technik/Hightech

Zu giftig: EU verbietet Energiesparlampen

Energiesparlampe
Quecksilberhaltige Energiesparlampe (ESL). Nur Esel kaufen sie. Foto: Armin Kübelbeck / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die umstrittenen Energiesparlampen entwickeln sich zunehmend zu einem gigantischen Umweltproblem. Laut Informationen von keinblatt.de bereitet die EU daher fieberhaft ein Verbot von Energiesparlampen (ESL; sprich: Esel), genauer: Kompaktleuchtstofflampen, vor.

Laut EU-Umweltkommissar Romano Aquas hätten sich die Bürger nach dem gut gemeinten Verbot der herkömmlichen Glühlampe durch die EU, das der Stromeinsparung und damit dem Klimaschutz dienen sollte, ohne Sinn und Verstand Kompaktleuchtstofflampen zugelegt, die grundsätzlich Quecksilber enthielten. Kaputte Lampen würden dann einfach in den Hausmüll gegeben, obwohl dies streng verboten sei. Kaum einer würde die Lampen wie vorgeschrieben zu den Wertstoffhöfen bringen, die oft nur wenige Kilometer entfernt seien und mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten glänzten (Annahme von Energiesparlampen an ungeraden Werktagen von 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr, Personalausweis nicht vergessen, denn nur Bewohner des gleichen Stadtteils dürfen abgeben!).

LED-Birne
LED-Birne. Das Leuchtmittel der Zukunft. Manchmal muss man nachhelfen. Foto: Karl Baron / Lizenz: CC BY 2.0

Auch seien sich die Bürger offenbar nicht bewusst, dass zerplatzende oder zerbrochene Birnen ihre Gesundheit bedrohen können. Hier verzichteten manche Bürger sogar auf die dringend empfohlene Raumlüftung, mit der wenigstens die Konzentration des quecksilberhaltigen Giftdampfs schneller abgebaut werde.

Wenn die Restbestände herkömmlicher Glühbirnen aufgebraucht seien, würde sich das Problem noch einmal drastisch verschärfen.

Aquas fragt sich, wo der viel zitierte mündige Bürger bleibe. Da es diesen offenbar nicht gebe, bliebe der EU leider nur ein Verbot. Nach den gegenwärtigen Plänen wird dieses stufenweise eingeführt und gestaltet sich voraussichtlich wie folgt (ohne Gewähr):

Zeitpunkt Details
31.07.2014 Verbot von quecksilberhaltigen ESL mit einer Leistung von >15 Watt
01.01.2015 Verbot von quecksilberhaltigen ESL mit einer Leistung von >10 Watt
01.01.2016 Verbot aller quecksilberhaltigen ESL
01.01.2017 Verbot wird auf neuartige ESL auf Amalgambasis ausgedehnt

Das Verbot bezieht sich auf Einkauf und Import. Bereits im Handel befindliche Restbestände sind nicht vom Verbot betroffen.

Als Ersatz werden LED-Lampen, Restbestände von herkömmlichen Glühbirnen, die immer noch legal im Handel sind, Kerzen (auf Basis von Wachs und Docht, falls diese noch jemand kennt) sowie der Einsatz von Hellsehern empfohlen.

LED-Lampen stellen eine weit geringere Umweltbelastung als Kompaktleuchtstofflampen dar. Ihr Stromverbrauch liegt zudem noch einmal deutlich unter der von Kompaktleuchtstofflampen. Ein weiterer Vorteil von LED-Lampen ist, dass diese fast ohne Verzögerung schalten und sofort die maximale Helligkeit erreichen, im Unterschied zu Kompaktleuchtstofflampen, bei denen man eine ganze Weile warten muss. In den Hausmüll dürfen aber auch LED-Lampen nicht gegeben werden, sie gelten als Elektronikabfall.

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Religion Technik/Hightech

Insider packt aus: Apple in Wirklichkeit eine Religion

Apple-Logo
Apple-Logo, das Kruzifix der Apple-Religion. Foto: Kevin T. Houle / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Schon oft wurden Vergleiche gezogen und Spekulationen angestellt. Nun aber gibt es Gewissheit. Ein Informant aus dem engsten Unternehmenszirkel, der nicht genannt werden will, gibt erstmals zu, was viele ahnten: Apple ist in Wirklichkeit kein IT-Unternehmen, sondern eine Religion und war von Anfang an auch als solche geplant.

Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne sahen in den 1970er-Jahren das Computerzeitalter kommen, waren also die Propheten ihrer neuen Religion. Als sie 1976 Apple gründeten, ging es ihnen nur darum, eine Religion zu schaffen, die im Unterschied zum verstaubten, schwer vermittelbaren Christentum mit seinen mystizistischen Geschichten (Jungfrauengeburt, Wunder Jesu) eine funktionierende Symbiose aus Mensch und allmächtiger, unfehlbarer Technik (also Gott) herstellt.

Angebissener Apfel: Kruzifix der Apple-Religion

Das Firmenlogo, der angebissene Apfel, spielt auf die verbotene Frucht des Baums der Erkenntnis an, von der Adam und Eva gegessen haben und als Strafe dafür aus dem Paradies vertrieben worden sein sollen. Der angebissene Apfel ist das wichtigste Symbol der Apple-Religion, so wie das Kruzifix das bedeutendste Symbol des Christentums darstellt. Eine Leiche wollte man den Anhängern nicht zumuten – auch, um sich vom Christentum abzugrenzen. Offiziell wird die Wahl eines angebissenen Apfels stets damit erklärt, dass das englische bite, also (Bissen, beißen) mit der Zeichenfolge Bit beginne und wie Byte ausgesprochen werde, sodass sich hier gleich die beiden wichtigsten Computer-Informationseinheiten wiederfänden (eben Bit und Byte). Das klingt durchaus plausibel, aber die Frage, warum es unbedingt ein Apfel sein musste, kann nur durch Einbeziehung eines religiösen Hintergrunds zufriedenstellend beantwortet werden.

Der Messias

Steve Jobs
Steve Jobs, der Messias der Apple-Religion. Foto: COG LOG LAB. / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der Messias Steve Jobs scharte mit seiner neuen Religion rasch viele Anhänger um sich, so wie auch Jesus Christus schnell Begeisterte fand. Der ganz große Erfolg einer Weltreligion blieb jedoch zunächst aus. Schlimmer, in den frühen 1980er-Jahren wandten sich immer mehr Gläubige (und auch Gläubiger) von Apple ab. Nach einem internen Machtkampf sah sich Steve Jobs 1985 gezwungen, das Unternehmen zu verlassen, was einer Kreuzigung gleichkam. Da ist sie erneut die Parallele zum Christentum. Der phänomenale Wiedereinstieg von Jobs 1997, der Apple nun endgültig zur Weltreligion machte, ist die Wiederauferstehung Jesu im Christentum. Auch nach seinem tragischen Tod 2011 wird Steve Jobs weiterhin als Mensch gewordene Gottheit verehrt. Dem heutigen Apple-Boss Tim Cook bleibt nur die Stellvertreterrolle Gottes, er ist damit der Papst der Apple-Religion.

Gebete zu Siri

Apple-Anhänger führen Gespräche mit Siri, dem Spracherkennungs- und Sprachverarbeitungssystem von Apple, so wie Betende zu Gott sprechen. Sie fragen Siri um Rat oder bitten Siri um Verzeihung (Buße). Für Außenstehende, das heißt Ungläubige, hat dies den Anschein eines lächerlichen Selbstgesprächs. Im Gegensatz zum christlichen Gebet antwortet Siri in aller Regel, was Apple attraktiver als das Christentum macht.

Alleinstellungsmerkmal

Keine Religion ohne Alleinstellungsmerkmal. Da Apple-Anhänger ihre Apple-Geräte nicht nur für die besten, sondern auch für die einzig wahren halten und den Rest allenfalls als minderwertigen Plastikschrott, ist das Alleinstellungsmerkmal ganz klar erfüllt.

Missionare und Gläubige

Apple-Geräte
Äquivalente von Bibel, Gebetsbuch und Rosenkranz: Apple-Geräte. Foto: Kevin T. Houle / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Fast jeder Apple-Anhänger verbringt viel Zeit mit dem Missionieren, bei dem meist auf extrem emotionale oder gar fanatische Weise andere – die Ungläubigen – von Apple überzeugt werden sollen. Manche Missionare sind penetranter als die Zeugen Jehovas, was etwas heißen will. Fanatische Anhänger schrecken nicht einmal davor zurück, sich tagelang in der Warteschlange vor Apple-Stores (den Kirchen der Apple-Religion) anzustellen, um gegen eine „kleine“ Spende in den Apple-ischen Klingelbeutel eine Apple-Hostie in Gestalt eines iPhone, iPad oder iMac zu ergattern und mit peinlichem Beifall von den Apple-Priestern (Verkäufern) belohnt zu werden.

Was sagt die Wissenschaft?

Bei streng wissenschaftlichen Tests im MRT konnte nachgewiesen werden, dass bei Apple-Anhängern Gehirnregionen, die für emotionale Bindungen zuständig sind, stimuliert werden, wenn ihnen ein Apple-Gerät gezeigt wird. Es sind die gleichen Bereiche, die auch bei Christen und anderen Gläubigen angeregt werden, wenn ihnen religiöse Symbole präsentiert werden. Dagegen werden bei Benutzern von Geräten anderer Hersteller Gehirnregionen stimuliert, die für den Verstand verantwortlich sind. Somit sagt auch die Wissenschaft: Ja, Apple ist eine Religion.

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Politik Verkehr

Nachbarstaaten danken Seehofer für Mautpläne

Das hat wohl Horst Seehofer (CSU) nicht erwartet. Da schafft es der alte Horst erwartungsgemäß, dass die Ausländermaut in den Koalitionsvertrag aufgenommen wird (hier die Originalpassage, Hervorhebung von keinblatt.de):

Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft. Deshalb werden wir besondere Anstrengungen unternehmen, um zusätzliche Ausgaben für eine moderne, sichere und leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur auf den Weg zu bringen. Damit wollen wir Straßen, Bahnen und Wasserwege erhalten und wo nötig ausbauen. Diesem Ziel dient auch eine Ausweitung der LKW-Maut sowie eine europarechtskonforme PKW-Maut, mit der wir Halter von nicht in Deutschland zugelassenen PKW an der Finanzierung zusätzlicher Ausgaben für das Autobahnnetz beteiligen wollen, ohne im Inland zugelassene Fahrzeuge höher als heute zu belasten.

Maut
Die Ausländermaut steht im Koalitionsvertrag. Bild: Andreas 06 / Lizenz: Public Domain

Und dann sind statt der prognostizierten negativen Kritik erstaunlicherweise gleich aus mehreren befreundeten Nachbarstaaten wärmende Dankesworte zu hören. Man wolle Herrn Seehofer bereits jetzt für die aufwändige Recherche- und Prüfarbeit danken, die sicher nicht billig sei, heißt es da etwa aus dem österreichischen Verkehrsministerium. Wenn Herr Seehofer tatsächlich eine Regelung finde, die konform mit dem europäischen Recht sei und inländische Autolenker nicht zusätzlich belaste, dann werde man selbstverständlich das eigene Mautsystem entsprechend umgestalten, um eben Ausländer stärker an der Finanzierung des Straßennetzes zu beteiligen und Inländer entsprechend zu entlasten. Sollte Herr Seehofer nicht zu einer rechtskonformen Gesetzgebung kommen, habe man natürlich auch kein generelles Problem damit, dann bliebe eben alles beim Alten.

Ähnlicher Dank ist aus weiteren europäischen Ländern zu vernehmen, die bereits ein Mautsystem haben, aber auch überraschenderweise aus Staaten, in denen es bislang keine Straßenbenutzungsgebühren gibt. Selbst wenn die Pläne in Deutschland scheiterten, könne man diese eventuell für eigene Zwecke weiterentwickeln. Auch habe sich gezeigt, dass man mit in ein Gerechtigkeitsprinzip verpackte Ressentiments gegen Ausländer immer noch Wahlen gewinnen könne. Auch daraus werde man die notwendigen Schlüsse ziehen.

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Politik

Mindestlohn kommt – Ausnahme: Niedriglohnsektor – weitere Details zum Koalitionsvertrag

Angela Merkel
Sichtlich erschöpft: Frau Bundeskanzlerin Doktorin Angela Merkel. Foto: www.GlynLowe.com / Lizenz: CC BY 2.0

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben in der Nacht von Montag auf Dienstag bis zur Erschöpfung verhandelt. Wie keinblatt.de erfuhr, hat man bei einigen der strittigsten Punkte eine Einigung erzielt.

Wie bereits die Systempresse berichtete, soll der flächendeckende Mindestlohn kommen. Hier wird es aber Ausnahmen geben. So soll der Niedriglohnsektor ausdrücklich ausgeklammert werden, um die Arbeitsplätze dort nicht zu gefährden. Der Zeitpunkt der Einführung (wohl 2016 oder 2017) wurde noch nicht final festgelegt, ebenso wenig die genaue Höhe (die SPD fordert 8,50 EUR pro angefangene Arbeitsstunde). Als Punktsieg für die SPD ist zu werten, dass der Mindestlohn in den ostdeutschen Bundesländern keineswegs später starten wird. Da ist klar sozialdemokratische Handschrift zu erkennen.

Bei der Ausländermaut gibt es eine Einigung. Wie bereits gestern gemeldet wurde, werden die Jahresvignetten an den Tankstellen verkauft. Die Entlastung der deutschen Autofahrer erfolgt über ein Treuepunktsystem. Hier wurde bekannt, dass die Ausgestaltung des Systems an die Tankstellen übertragen wird. Fachleute aus der Mineralölindustrie rechnen damit, dass die Tankstellen lukrative Aktionsangebote (Bade- und Grillartikel, eventuell auch Tankgutscheine) bereitstellen werden, auf die dann entsprechender Rabatt gewährt wird. Beobachter werten die Maut als verspätete Rache der CSU an Österreich, das 1997 eine Autobahnmaut einführte.

Die Mütterrente wird zwar vorgesehen, aber weiterhin unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt. Frauen, die vor 1992 mindestens zwei lebende Kinder zur Welt gebracht haben, sollen mehr Rente erhalten. „Die Mütterrente passt gut in unser Portfolio“, war aus Kreisen der CSU zu hören, die in letzter Zeit verstärkt auf konservative Familienthemen (etwa Herdprämie) setzte, um sich von der etwas progressiveren CDU (Frau an der Spitze!) abzuheben.

Thema erneuerbare Energien: Der Bau neuer Windkraftanlagen soll stark begrenzt werden. Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass Windräder den Wind bremsen. Würde man zu viele neue Windräder bauen, würde die Effizienz der bestehenden Windräder sinken, was man den Betreibern ja kaum zumuten könne. Hier sind sich CSU und CDU ausnahmsweise einig, die SPD wird sich diesem wohl auch beugen.

Die genaue Ausformulierung der verschiedenen Punkte soll heute Nacht geschehen. Es wird damit gerechnet, dass um die letzten Details hart bis an die Grenze zum Schwächeanfall gerungen wird. Der Koalitionsvertrag könnte dann wie geplant am Mittwoch stehen.

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Politik

Große Koalition – Gabriel: „Wenn ihr nicht mit Ja stimmt, war das der letzte Mitgliederentscheid“

Sigmar Gabriel
Sigmar Gabriel. Das Wir entscheidet und das Wir ist die Parteispitze und die Parteispitze bin ich. Foto: blu-news.org / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Die Verhandlungen zur Großen Koalition sind längst zur langweiligsten deutschen Soap verkommen. Jedem ist klar, dass man zu Kompromissen finden wird. Die CSU bekommt ihre Maut (nach letzten Informationen sollen deutsche Autofahrer durch ein Tankstellen-Treuepunktsystem entlastet werden), die SPD ihren Mindestlohn (Einführung voraussichtlich Ende 2017) und die CDU – nichts, darf aber weiterhin regieren.

Als große Zitterpartie galt bis vor kurzem noch der SPD-Mitgliederentscheid. Wenn die SPD-Mitglieder mehrheitlich den Koalitionsvertrag ablehnen, gibt es keine Große Koalition. Es bliebe dann nur eine CDU-Minderheitsregierung oder – was erheblicher wahrscheinlicher ist – ein Militärputsch.

Nun endlich kommt etwas Schwung in die Bude. SPD-Chef Sigmar Gabriel wirbt nun mit gepfefferten Worten für ein „Ja“ beim Mitgliederentscheid. Die SPD-Spitze würde sich den Arsch aufreißen, so Gabriel, damit es wieder mehr sozialdemokratische Gerechtigkeit in Deutschland gebe. Mit einer ganz deutlichen Entscheidungshilfe wendet sich Gabriel jetzt an die Basis: „Ihr habt die Wahl. Entweder ihr stimmt mit Ja für die Große Koalition oder das war der letzte Mitgliederentscheid. Dann schaffen wir das Teil einfach wieder ab. So einfach ist das!“ Es kann nun mit einer deutlichen Mehrheit für „Ja“ gerechnet werden, da kaum jemand dieses basisdemokratische Instrument verlieren möchte.

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Kriminalität Politik

Regierung führt Entzug von Führerschein und anderen Ausweispapieren als Strafe ein

Wie bereits in den anderen großen Medien berichtet wurde, führt die Bundesregierung den Entzug des Führerscheins als neue Strafe ein. Zur Anwendung soll der Führerscheinentzug, der bislang nur bei Verkehrsdelikten verhängt werden konnte, bei eher kleineren Delikten wie Diebstahl und Schlägereien kommen. Begründet wurde dies damit, dass Geldstrafen gerade bei jüngeren Leuten kaum abschreckend wirken, man aber auch nicht immer gleich Haftstrafen verhängen möchte, da diese unverhältnismäßig sein können und auch oft erst der Einstieg in eine wirkliche kriminelle Karriere darstellen. Dagegen ist das Auto bei jungen Erwachsenen weiterhin ein Statussymbol, auf das ungern verzichtet wird. Aus diesem Grund ist der Führerscheinentzug besonders wirksam. Das Abschreckungspotenzial ist hoch und wer dennoch meint, er werde bei einer Tat nicht erwischt, und dann doch eines Besseren belehrt wird, wird in der führerscheinlosen Zeit dergestalt leiden, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht rückfällig wird.

Auto
Für viele Lebensinhalt und Statussymbol in einem: das eigene Auto. Doch nach Einzug des „Lappens“ wird dieses Lebensglück für so manchen Straftäter ein jähes Ende finden. Hart, aber ungerecht! Foto (Symbolbild): Teymur Madjderey / Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)

Der große Haken ist aber, dass viele kein Auto oder nicht einmal einen Führerschein besitzen. Auch dürfte der Führerscheinentzug Großstädter mit U-Bahn-Anschluss weit weniger treffen als Landbewohner, die, wenn überhaupt, nur zweimal am Tag Busanschluss haben. Um auch Leute ohne Auto und ohne Führerschein angemessen bestrafen zu können, weitet die Bundesregierung nun den Katalog mit den Sanktionsmöglichkeiten auf den Entzug anderer Ausweispapiere und vergleichbarer Papiere aus.

Die Richter können dann fallweise entscheiden, welchen Schein oder Ausweis sie einkassieren. Wer kein Auto hat, dem kann die U-Bahn-Jahreskarte eingezogen werden. Dies ergibt sogar Sinn, wenn der Täter ausgerechnet beim Schwarzfahren erwischt wurde und sich anschließend voller Reue eine Jahreskarte zulegt. Er kann dann beweisen, dass er nicht durch erneutes Schwarzfahren auffällt, obwohl die Versuchung ja groß ist, da die im Gerichtstresor hinterlegte Fahrkarte nicht greifbar ist.

Die Richter haben hier aber gewaltigen Ermessensspielraum: So kann etwa Studierenden der Uni-Bibliotheksausweis und der Kantinenausweis, Bankern der Geldschein, Eheleuten der Trauschein, Gärtnern der Sonnenschein, Verstorbenen der Totenschein und Geistlichen der Heiligenschein entzogen werden.

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Gesellschaftliches Politik

Regierung bekämpft Altersarmut durch neue Definition der Altersgrenze – Alt ist man in Zukunft ab 80

Die Altersarmut in Deutschland ist bekanntlich zu einem großen Problem geworden. Viele Senioren können mit ihrer Rente kaum noch ihren Lebensunterhalt finanzieren. Durch die derzeit extrem niedrigen Zinsen im Rahmen der Eurokrise wird sich das Problem noch weiter verschlimmern, da es voraussichtlich auf viele Jahre kaum mehr möglich sein wird, Geld für das Alter anzusparen. Leute, die bereits jahrelang in Lebensversicherungen eingezahlt haben, mussten bereits jetzt einen riesigen Wertverlust hinnehmen. Selbst wenn die Zinsen eines Tages wieder steigen, wird die Auszahlung im Alter weit geringer ausfallen als ursprünglich angenommen.

Rentner
Müssen bald keine Pfandflaschen mehr sammeln, sondern können ihren Lebensabend genießen, sobald die Pläne der Bundesregierung greifen. Foto: Kamil Porembińsk / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Daher muss umgesteuert werden. Laut Informationen der keinblatt.de-Redaktion plant die Bundesregierung mit einer innovativen Idee, die Altersarmut zu senken. Eine Expertise im Bundesfamilienministerium kommt zu dem Ergebnis, dass Menschen, die mit 67 oder weit früher – bei Frühverrentungen – in Rente gehen, nach heutigen Erkenntnissen keinesfalls mehr als „alt“ einzustufen seien. Der medizinische Fortschritt, bessere Ernährung, die Abnahme von schädlicher körperlicher Arbeit und vieles mehr habe dazu geführt, dass Leute immer später alt werden. Die meisten fühlten sich mit 65 noch so jung wie frühere Generationen mit 50. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass eine sinnvolle neue Altersgrenze bei 80 Jahren gezogen werden sollte. Man müsse sich von der Renteneintrittsgrenze als Kriterium für die Definition, wann jemand alt sei, verabschieden und beides voneinander entkoppeln.

Die scheidende Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), freut sich. Man könne die Altersarmut um einen Schlag um 39,6 % senken, ohne dass dafür nennenswerte Kosten anfallen werden, so die Ministerin, die Menschen müssten auch keineswegs länger arbeiten. Es gehe ja nicht um ein höheres Rentenalter.

„Bereits im nächsten Armuts- und Reichtumsbericht sowie Renten- und Alterssicherungsbericht der Bundesregierung wird die neue Altersgrenze von 80 Jahren umgesetzt und berücksichtigt“, so Schröder, „Die anderen auf den billigen linken Plätzen reden nur, wir handeln!“

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Religion

Das Ende einer Erfolgsgeschichte: Die Bibel wird eingestellt

Gutenberg-Bibel
Gutenberg-Bibel. Immer wieder neu aufgelegt, aber nun ist Schluss mit dem Buch der Bücher, der Bibel. Foto: brandbook.de / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die wohl einmalig ist und praktisch über zwei Jahrtausende reicht: die Bibel. Als Buch in gedruckter Form hielt der Erfolg immerhin einige Jahrhunderte an. Nun jedoch ist das ehemals meistverkaufte Buch in die Jahre gekommen. Der Biblische Verlag hat nach eigenen Angaben dieses Jahr nur magere 73 Exemplare verkauft. Bei den anderen Verlagen sieht es auch nicht viel besser aus. Eine weitestgehende Einigkeit herrscht zumindest bei den Verlagen, die deutschsprachige Ausgaben der Bibel im Angebot haben. Man wolle die Bibel nicht mehr neu auflegen und den Rest der Auflagen verramschen.

Als Flop seien die mageren Verkäufe nicht zu bewerten, so ein Sprecher des Papstverlags: „Aber kein Bestseller währt ewig, nicht einmal die ewige Schrift, irgendwann ist halt Schluss.“ Fortsetzungen seien auch nicht zu erwarten, obwohl es ja streng genommen solche gegeben habe: Die verschiedenen Evangelien erzählten prinzipiell immer dieselbe Geschichte, seien aber von Mal zu Mal immer weiter ausgeschmückt worden.

Das älteste Evangelium, das Markusevangelium, ende mit der Geschichte vom leeren Grab, von der Auferstehung sei noch keine Rede, sie werde allenfalls angedeutet. Schließlich hätten es von mehreren Dutzend Evangelien dann die vier besten in die Bibel geschafft. Das sei der vielleicht erste Autorenwettbewerb aller Zeiten gewesen. Aber schon lange seien keine neuen Evangelien mehr verfasst worden, das Thema sei praktisch tot.

Nicht einmal die E-Book-Versionen der Bibel wollen die meisten Verlage weiter im Programm halten. Zwar entstünden hier zumindest keine neuen Kosten, so ein Sprecher des Christusverlags. Auch käme die elektronische Version der Botschaft des Christentums, die das ewige Leben postuliert, näher. Ein Buch, das nie vergilbe, keine Eselsohren bekomme und immer verfügbar sei, ohne es je nachdrucken zu müssen, sei doch wie ein Wunder, es habe etwas Göttliches in sich. Aber die Nachfrage sei praktisch null, zumal die Bibelgeneration mit den neuen Techniken nicht so viel anfangen könne.

In Zukunft wollen sich die Verlage, die christliche Literatur im Angebot haben, stärker auf heute populäre Themen konzentrieren. Da es auch um das eigene Überleben gehe, wolle man es mit der reinen Lehre nicht so genau nehmen und bei der Auswahl stärker auch Themen wie Mord und Totschlag, Geistheiler, Schwarze Magie, Geisteraustreibungen, Vampir-, Voodoo- und Satanskult berücksichtigen.