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AfD bejubelt Trumps Strafzölle, weil er damit nationale Interessen vertritt

Alice Weidel
Alice Weidel freut sich über die Zölle. Foto: Olaf Kosinsky / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seine Drohungen wahrgemacht und ein umfangreiches Strafzollpaket in Kraft gesetzt. Der Mindestzoll liegt bei 10 Prozent, viele Länder trifft es aber weit härter. Die EU etwa wird mit 20 Prozent zur Kasse gebeten, China gar mit 54 Prozent.

Mit dem Strafzollpaket will Trump den eigenen Wirtschaftsstandort wieder aufblühen lassen. Dafür müssen in Zukunft eine Menge Staaten, die den USA mit konkurrenzfähigen Produkten geschadet haben, nun Tribut zollen. Das Entsetzen gerade in Europa ist groß. Die ohnehin angeschlagenen deutschen Autobauer werden es in Zukunft sehr schwer haben, ihre Karossen in den USA zu verkaufen.

Die AfD ist die Wir-sehen-alles-anders-Partei. Parteichefin Alice Weidel hat sich inzwischen zu den Strafzöllen euphorisch geäußert. „Ich zolle dem geschätzten Kollegen Trump höchsten Respekt! Die Nation ist das Wichtigste im Leben. Donald Trump hat im Interesse der Nation gehandelt, das steht über allen anderen Interessen, wenn Sie sollen, sogar über denen der Nation, in diesem Fall den Interessen Deutschlands. Da geht es also stets um die Nation. Also um etwas Gutes, die Überlegenheit von Ländern, die einfach besser sind als andere. Das ist unsere Überzeugung. Warum meinen Sie sonst, dass es Nationalismus heißt?“, sagte sie unserem Blatt.

Auf die Frage, ob denn nicht EU-Unternehmen Schaden nehmen würden, wenn deren Produkte durch die weitergegebenen Aufschläge in den USA nicht mehr gefragt seien, antwortete Weidel:. „Sie werden doch nicht im Ernst von mir erwarten, die EU als Nation zu betrachten? Das ist ein allenfalls ein künstlicher Staatenbund, der in den letzten Jahren nicht mehr als Flaschen zusammengebracht hat, bei denen man den Deckel nicht mehr abnehmen kann. Sie widersprechen sich ja!“

„Aber es trifft ja auch Deutschland“, wenden wir ein. Weidel kontert: „Ich habe auf der Liste des geschätzten Präsidenten Deutschland nicht gesehen.“

„Frau Weidel, Deutschland ist in der EU. Stellen Sie sich also den Tatsachen“, hakte unsere Redaktion nach.

„Wenn es nach mir ginge, sind wir nicht in der EU. Und wenn wir an der Macht sind, wird die EU ein Stück kleiner werden“, sagte Weidel etwas nebulös, „aber Deutschland ein Stück größer.“

Auf die Frage, was sie damit meine, antwortete Weidel, „nun ja, man könnte ja vielleicht Grönland zwischen den USA und Deutschland aufteilen. Ein Stück von Kanada wäre aber auch ganz nett oder ein Teil des Panamakanals, vielleicht dergestalt, die USA kriegen den abschüssigen, wir den ansteigenden Teil.“